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In diesem Blog geht es vor allem um Fragen der Karriereentwicklung. Aber auch um aktuelle Themen, die Fach- und Führungskräfte in Industrie, Handel und Dienstleistung interessieren. Autoren sind Berater unseres Hauses, HR-Experten und andere Sachkundige. Ihre Fragen und Anregungen sind jederzeit gern willkommen. Zu kritischen und unkritischen Kommentierungen laden wir Sie herzlich ein. Die Hausordnung besteht aus zwei Worten: keine Taktlosigkeiten.


Mittwoch, 2. April 2014

Karriereberater

Karriereberater!
 Wie man die Spreu vom Weizen trennt und die Schafe von den Böcken scheidet.
 
Sie bewerben sich nur wenige Male in Ihrem beruflichen Leben. Positionelle Veränderungen sind immer auch die Folge strategischer Entscheidungen. Jede Stufe auf der Karriereleiter kann Sie Ihrem Ziel näher bringen oder abstürzen lassen.

Es sind im Grunde nur wenige Fragen, die Sie für sich beantworten müssen. Fragen allerdings, für die Sie ohne professionelle Unterstützung durch einen erfahrenen Karrierecoach nicht immer objektive Antworten erhalten.

1. Wo stehe ich heute?

Ist das, was ich erreicht habe hinreichende Voraussetzung für den nächsten Schritt? Hätte es „mehr“ sein können oder auch „weniger“? Ist die Zeit für einen Wechsel schon gekommen oder warte ich besser noch?

2. Welche Fehler habe ich bisher gemacht?

Waren die Unternehmen die richtigen? War es falsch, in einem Konzern zu starten, statt in einem mittelständischen Unternehmen (oder umgekehrt)? War der Einstieg in die Konstruktion (Detailkonstrukteur) richtig, oder wäre eine Aufgabe als Entwicklungsingenieur in der Vorentwicklung besser gewesen? Entspricht die Branche (bspw. Automotive) meinen Neigungen oder hätte ich bessere Chancen in der Medizintechnik oder Verpackungsindustrie? War Produktionscontrolling wirklich das, was ich wollte oder hätte eine Aufgabe als Vertriebscontroller mir nicht mehr Spaß gemacht?

3. Wie orientiere ich mich in Zukunft?

Muss ich den einmal eingeschlagenen (und möglicherweise falschen) Weg jetzt weiter gehen? Wenn ich auf den falschen Baum geklettert bin, wie komme ich da wieder runter? Kann ich Entscheidungen noch korrigieren und wenn ja, mit welchen Konsequenzen? Bedenken Sie: Wer höher steigt als er sollte, fällt tiefer als er wollte.

4. Kenne ich meine Stärken und meine Schwächen?

Nur dann, wenn Sie darüber objektiv informiert sind, sind Sie auch in der Lage, Ihre Stärken zu bündeln und Ihre Schwächen abzubauen. Das gilt im Übrigen nicht nur für fachliche Kompetenzen, sondern auch für Ihr Führungsverhalten. Eine Karriere muss nicht notwendigerweise mit Personalverantwortung (vertikale Karriere) verbunden sein, sondern kann auch lediglich eine qualitative Erweiterung des Aufgabenspektrums (horizontale Karriere) beinhalten. Sie müssen am Kettenkarussell nicht unbedingt überholen. Manchmal lösen Sie Karrierebremsen, indem Sie einen Gang zurückschalten.

5. Wann Bewerbungen auf Stellenanzeigen einem Lotteriespiel gleichen

Es gab eine Zeit, in der Bewerbungen auf Stellenanzeigen in Printmedien zielführend waren. Im Zeitalter des Internets und sozialer Netzwerke gleichen solche Aktivitäten eher einem Lotteriespiel. Nicht immer, aber meistens.

6. Warum Sie sich nur dort bewerben sollten, wo Sie auch gebraucht werden

Wenn Sie eine freundlich formulierte Absage erhalten, dann haben Sie einen einfachen Fehler gemacht. Sie haben sich nämlich dort beworben, wo Ihr Erfahrungshintergrund nicht gebraucht wird. Ausgerechnet dort, wo Ihr persönliches Eignungsprofil nicht mit einem jener Anforderungsprofile von vakanten Positionen deckungsgleich war. Die Arbeit hätten Sie sich sparen können.

Voraussetzung dafür, um alle diese Fragen objektiv und punktgenau beantworten zu können, ist jahrzehntelange Erfahrung und spezielles Wissen eines Karriereberaters. Aber auch seriöse Tests sind Bestandteil jeder erfolgversprechenden Beratung. Tests, mit Hilfe derer Sie Klarheit über Ihre Persönlichkeitsstruktur gewinnen. Aber: Selbst die besten Tests können an Aussagekraft verlieren, wenn sie nicht von psychologisch geschulten Fachleuten durchgeführt werden. Lassen Sie sich nicht von Hochglanzbroschüren täuschen. Karriereförderer und Karrierevernichter sind oftmals schwer zu unterscheiden. Fragen Sie Ihren Karrierecoach, wie viele Jahre Erfahrung er auf diesem Gebiet mitbringt (Erfahrungen, die über buddhistische Entspannungstechniken und altaustralische Kalenderweisheiten hinausreichen), welche akademische Ausbildung er vorweisen kann, wie viele Beratungsprojekte er erfolgreich durchgeführt hat; und fragen Sie ihn nach Referenzen. Orientieren Sie sich einfach an Johannes dem Täufer: „Schon hält er die Schaufel in der Hand; er wird die Spreu vom Weizen trennen und den Weizen in seine Scheune bringen; die Spreu aber wird er in nie erlöschendem Feuer verbrennen."
 
April 2014/Margeau Dupré

Kommentare:

  1. "...und die Schafe von den Böcken scheidet." Wunderbar. ;)

    L.M.

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  2. Ich denke, man sollte sehr genau zwischen Karriereberatern, Coaches und bspw. Outplacementberatern unterscheiden. Ein Coach wird nach meiner Meinung eine Führungskraft über einen längeren Zeitraum begleiten, der Outplacementberater optimiert im Grunde die Bewerbungsunterlagen des Betroffenen und der Karriereberater sollte Antworten geben auf Fragen, was im Rahmen des bisherigen Werdegangs möglicherweise falsch gelaufen ist und wie die berufliche Zukunft, also die nächsten Positionen aussehen sollten.

    Alex von Graupner
    Kerpen

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  3. Meine Erfahrungen mit einer Outplacement Beratung ist zweigeteilt. Einerseits war die Beratung und die Analyse von Lebenslauf und Werdegang ok. Man konnte Verschiedenes reflektieren, was einem bisher noch nicht so klar war. Was mir aber echt gefehlt hat, war die Nutzung eines Beraternetzwerks zu Firmen usw. Da kam absolut nichts. Nur Bewerbungen an Adressen aus der Datenbank des Outplacementberaters. Das war mir zu wenig.

    Grüße, S. Hagedorn
    Btw.: Interessanter Blog.

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  4. Dieser Kommentar wurde vom Autor entfernt.

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  5. Um neue Wege beschreiten zu können und den Punkten Starker Termin- /Leistungsdruck, Arbeitsunterbrechungen und Störungen, Multitasking, Monotonie ein Ende zu bereiten, bedarf es einer versierten Managementberatung. Ich habe für meine Mitarbeiter ein Top Coaching Unternehmen gefunden, dieses unterstützt Mitarbeiter und Organisationen, die in einem Veränderungsprozess stehen. Unternehmen und Mitarbeitern wird geholfen, neue Perspektiven zu entwickeln und Chancen wahrzunehmen. Ihr könnt gerne hier weiterlesen, wenn es euch interessiert. Ich halte auch die Zusammenarbeit untereinander, das Fühlen als Teil der Gemeinschaft am Arbeitsplatz und die Hilfestellung und Unterstützung durch Kollegen als die wichtigsten Aspekte, die beachtet werden sollten. Aber trotzdem kann es natürlich Gründe geben, zum Beispiel aufgrund von strukturellen Veränderungen, dass man sich von Mitarbeitern trennen muss. Man braucht ein zeitlich und inhaltlich abgestimmtes Vorgehen und eine zielgruppenspezifische Kommunikation um zu vermeiden, vermeiden dass die verbleibende Belegschaft ihre Loyalität verliert. Außerdem sichert man damit den Produktivitätserhalt. Dafür braucht man echt gute Unterstützung.

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    1. Hallo Herr Graber,

      danke für Ihre Meinung, ich bin die Autorin des obigen Blog-Artikels und möchte gern auf Ihren Beitrag antworten (etwas zeitverzögert, weil ich in den Ferien war).
      Zunächst: Ihr kom ist auch ein klein wenig versteckte Werbung für eine Kollegenfirma, was zunächst nichts Ehrenrühriges ist (Werbung machen wir ja alle, auch wenn wir uns „be“werben, machen wir das..) . Dies sollte und kann aber durchaus offen geschehen, zumindest hier, und braucht gar nicht verschämt „verpackt“ zu werden.
      Mir ging es in meinem Beitrag gar nicht um Outplacement oder um Anforderungen wie Termin- und Leistungsdruck etc. „ein Ende zu bereiten“. Ich wollte einfach darlegen, wie wichtig eine Karriereberatung sein kann, wenn es darum geht, den nächsten beruflichen Schritt zu machen.
      Ich unterscheide sehr genau zwischen einer Karriereberatung und Outplacementberatung.
      Während ein Outplacementberater Ihnen sagt, ob ein Passbild oben rechts im Lebenslauf oder unten links „kleben“ muss (Sie sehen mir diese etwas flapsige Ausdrucksweise bitte nach), wird Ihnen ein guter Karriereberater sagen, was bisher Ihre Karriere möglicherweise behindert oder gar blockiert hat, wo Sie heute stehen und wie der nächste und übernächste Schritt aussehen muss (welche Position, Branche, Konzern, Mittelstand usw.). Da werden haarsträubende Fehler gemacht, die man oft kaum mehr korrigieren kann. Was auch verständlich ist, da sich die Menschen normalerweise nur wenige Male im Leben bewerben.
      Und dazu, wie man den richtigen Karriereberater findet, wollte ich einfach ein paar Auswahlkriterien anführen. Sie wissen sicher, dass es unter diesen, wie auch unter Outplacementberatern, viele, zu viele, Scharlatane gibt, die immer wieder großen Schaden anrichten.
      Darum ging es mir in meinem Artikel.

      Viele Grüße
      Margeau Dupré

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