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In diesem Blog geht es vor allem um Fragen der Karriereentwicklung. Aber auch um aktuelle Themen, die Fach- und Führungskräfte in Industrie, Handel und Dienstleistung interessieren. Autoren sind Berater unseres Hauses, HR-Experten und andere Sachkundige. Ihre Fragen und Anregungen sind jederzeit gern willkommen. Zu kritischen und unkritischen Kommentierungen laden wir Sie herzlich ein. Die Hausordnung besteht aus zwei Worten: keine Taktlosigkeiten.


Freitag, 28. März 2014

Persönlichkeitstests

Persönlichkeitstests:
Aussagekraft und Grenzen. Und warum sie nur in die Hände von Fachleuten gehören.

Ein unverzichtbarer Bestandteil jeder zielführenden Karriereberatung für Führungskräfte und "High Potentials" sind Persönlichkeitstests (vor allem 16 PF-R, AVEM, Bochumer Inventar, FFM und Meyers-Briggs-Typenindikator).
Grundgedanke ist die Absicht, Karriereentscheidungen von Zufälligkeiten und subjektiven Einflüssen freizuhalten. Unter Fachleuten wird die objektive Aussagekraft solcher Testergebnisse zwar nicht grundsätzlich kontrovers, aber doch mitunter kritisch diskutiert. Zu Recht, wie sich immer wieder zeigt.

Menschen neigen dazu, vage Aussagen über die eigene Person als zutreffend zu bezeichnen

In regelmäßigen Abständen führen wir den in der psychologischen Praxis bekannten Forer-Test (benannt nach dem amerikanischen Psychologen Bertram R. Forer) durch. Forer erkannte die Neigung von Menschen, vage und allgemeingültige Aussagen über die eigene Person als zutreffend zu bezeichnen. 250 Probanden beantworten per Email Fragen. Alle Teilnehmer erhalten dann eine Auswertung mit der Bitte, den individuellen Wahrheitsgehalt der Kernaussage mit einer Punktzahl von 0 (trifft gar nicht auf mich zu) bis 5 (trifft voll und ganz auf mich zu) zu bewerten. Was die Teilnehmer nicht wissen: Allen wird ein gleichlautendes Testergebnis vorgelegt:

Ihr Testergebnis
 
„Sie brauchen die Zuneigung und Bewunderung anderer, dabei neigen Sie zu Selbstkritik. Zwar hat Ihre Persönlichkeit einige Schwächen, doch können Sie diese im Allgemeinen ausgleichen.
Sie haben beträchtliche Fähigkeiten, die brachliegen, statt dass Sie sie zu Ihrem Vorteil nutzen. Äußerlich diszipliniert und kontrolliert, fühlen Sie sich manchmal ängstlich und unsicher.
Mitunter zweifeln Sie ernsthaft an der Richtigkeit Ihres Tuns und Ihrer Entscheidungen.
Sie bevorzugen durchaus ein gewisses Maß an Abwechslung und Veränderung, und Sie sind unzufrieden, wenn Sie von Verboten, Weisungen und Beschränkungen eingeengt werden.
Sie sind stolz auf Ihr unabhängiges Denken und nehmen anderer Leute Aussagen nicht unbewiesen hin. Doch erachten Sie es als unklug, sich anderen zu freimütig zu öffnen.
Manchmal verhalten Sie sich extravertiert, leutselig und aufgeschlossen, manchmal aber auch introvertiert, skeptisch und zurückhaltend. Ihre Wünsche scheinen mitunter eher unrealistisch.“

Der Ausgang unserer diesjährigen Untersuchung war wieder einmal verblüffend: Es wurde ein Durchschnittswert von 4,57 erreicht (Originalergebnis der Forer-Untersuchung: 4,26). Es liegt mir fern, ernsthafte psychologische Testverfahren in die Nähe astrologischer Weissagungen zu rücken. Sie gehören jedoch immer in die Hände ausgebildeter Fachleute.
März 2014

Bernd Siegenthaler, lic.psych.


 

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